Kader-Sichtungsturnier in Berlin

Erfolgreiche Teilnahme mit Höhen und Tiefen für Hannah König beim Sichtungsturnier in Berlin!

Freitag, 01.04.22, Karlsruhe Hauptbahnhof. Hannah König und ihr Trainer Philipp Marks machten sich bereit für eine Zugfahrt mit Berlin als Reiseziel. Hannah, die regelmäßig in Schifferstadt ein Fördertraining unter der Leitung von Christoph Ewald absolviert, folgte dem Rat des Bundestrainers: Präsenz zeigen bei den offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend. Für ihre Altersklasse, die weibliche A-Jugend, war dieses Turnier eine Pflichtmaßnahme für Kaderathletinnen des DRB. Anhand der erbrachten Leistungen erlangt der dort anwesende Bundestrainer die Legitimation, Nominierungen für weitere DRB-Maßnahmen wie Lehrgänge oder internationale Meisterschaften vorzunehmen. Für den KSV Berghausen war klar: Wir möchten Hannah, die vergangenes Jahr deutsche Vizemeisterin in der B-Jugend wurde, diese Möglichkeit nicht verwehren und sie nach Berlin entsenden, wohlwissend, dass sie mit Jahrgang 2007 zu den Jüngsten gehört (A-Jugend: 2005-2007) und vor einer großen Herausforderung stehen wird.

1. Kampf

In ihrer Gewichtsklasse bis 61kg waren 11 Teilnehmerinnen am Start, Hannah wurde Pool B zugelost und traf als erstes auf Borislawa Mukstadt vom RC Chemnitz. Diese war ihr von den Saarländischen Meisterschaften vor 3 Wochen bekannt, wo Hannah einen Punktesieg erringen konnte. Die Taktik für den Kampf war also: Sichere Wertungen erzielen und keine Risiken eingehen. Auch dieses Mal gelang ihr das – ein 4:0 Punktesieg sorgte für einen guten Start ins Turnier.

2. Kampf

Mit Franziska Blaumeister vom ASV Hüttigweiler war ihr auch die nächste Gegnerin bekannt, allerdings in weniger guter Erinnerung: Auf besagten Saarländischen Meisterschaften musste sich Hannah ihr technisch unterlegen mit 0:12 Punkte geschlagen geben. Blaumeister, die im Jahr 2019 deutsche Vizemeisterin wurde, konnte sich vor 3 Wochen ebendort den Turniersieg erkämpfen. Doch Hannah demonstierte ihren Kampfgeist, zeigte sich unbeeindruckt und bewies, dass sie in den letzten Trainingseinheiten an damals begangenen Fehlern gearbeitet und gelernt hat. So konnte sie nach einigen schönen Ausringsituationen, die sie für sich entschied, mit 5:2 in Führung gehen. Nach einer 1er Wertung von Blaumeister stand es 5:3, die Uhr zeigte eine restliche Kampfzeit von 20 Sekunden. Es geschah das, was es in derartigen Situationen mit allen Mitteln zu vermeiden gilt: Blaumeister konnte erfolgreich einen Kopfhüftschwung ziehen. Hannah war in der gefährlichen Lage, Philipp sich die Augen reibend in der Trainerecke. Neuer Punktestand: 5:7. Die Schulterniederlage konnte vermieden werden, doch der Kampf war verloren. Enttäuschung, Trauer und Frust waren groß. Der Ärger wird lange bleiben, allerdings wächst der Stolz mit jedem Moment, in dem sich Hannah ihren Leistungssprung von 0:12 auf 5:7 vor Augen führt.

Letzer Poolkampf

Für Emotionen war jedoch nur wenig Platz. Im letzten Poolkampf stand Annalena Pohl vom ASV Hof als Kontrahentin fest. Pohl, die vergangenes Jahr 3. Deutsche Meisterin hinter Hannah wurde, nutzte ihre körperliche Überlegenheit gekonnt aus und machte sukzessive Punkte. Hannah konnte keine eigenen Angriffe bis zur Wertung durchsetzen und Pohl begann, sich durch ihre 4:0 Punkteführung in Sicherheit zu wiegen. Doch Hannah konnte nach einer erfolgreichen Beinabwehr in die Oberlage kommen und verkürzte auf 2:4. Leider blieben ihr zu wenige Sekunden, um eine Bodentechnik durchführen zu können. Es blieb bei dem zuletzt genannten Punktestand.

Finale um Platz 5

Hannah war nun Pooldritte und bekam die Möglichkeit, im letzten Kampf, dem Finale um Platz 5, ein weiteres Mal ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu präsentieren. Ihre Kontrahentin war Miriam Sanders vom ESV München Ost. Ohne Schwierigkeiten hinterließ Hannah Sanders mit einem 9:1 Punktesieg beinahe chancenlos.

Im Zug nach Hause sitzend bewerte ich Hannahs 5. Platz nun folgendermaßen: Aus Trainersicht hätte es besser kaum laufen können. Eine Podestplatzierung entsprach nicht meinen Erwartungen. Hannah bewies ihr Können mehr als genug, denn jeder Fan des Ringkampfsports weiß: Der Schritt von einer knappen Punkteniederlage zu einem knappen Punktesieg ist klein und kann oftmals mit einer einzigen Aktion bewältigt werden. Auch das abschließende Gespräch mit Bundestrainer Christoph Ewald ergab: Hannahs Weg zur Spitze ist nicht weit. Jetzt heißt es: Im Training fleißig an der gesammelten Erfahrung arbeiten und den Blick motiviert nach vorne richten.

Ich bedanke mich beim KSV Berghausen für die umfangreiche Unterstützung.

Bundestrainer und ehemaliger KSV-Ringer Christoph Ewald (li) und Jugendtrainer Philipp Marks (re)

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